Peitschen

Was für den Tennisspieler der Schläger, ist für uns die Peitsche - ein Sportgerät.
Die besten Peitschen sind aus Känguruhleder geflochten, welches eine besonders hohe Festigkeit hat und gleichzeitig sehr dünn ist, so dass es sich für feinste Flechtarbeiten eignet.
Prinzipiell besteht jede Peitsche aus einer sich nach forn verjüngenden, geflochtenen Schnur (Thong), die in einer feinen Spitze, dem so genannten Cracker, endet. Dieser Cracker durchbricht bei gekonntem Schwingen der Peitsche die Schallmauer und verursacht so den markanten Peitschenknall.
Hier ist eine Übersicht der gängigen Peitschentypen mit Erläuterungen zu Aufbau und Einsatzgebiet. Mit Ausnahme der Bullenpeitsche haben diese Peitschen und deren Komponenten noch keinen deutschen Namen, ihre Bezeichnungen haben also nichts mit dem allgemeinen Englischfimmel zu tun ;-)

Am bekanntesten dürfte die Bullenpeitsche (engl. bullwhip) sein, kennt man sie doch aus etlichen Kinofilmen wie "Indiana Jones", "Zorro", "Batman", um nur einige zu nennen. Sie hat einen kurzen, starren Griff (2) mit dickem Knauf (1), gefolgt von der sich nach vorn verjüngenden geflochtenen Peitschenschnur (3). An diese schließt sich der Fall (4), ein konisch geschnittener Lederriemen an, an dessen Spitze sich der Cracker (5) befindet.
 
Eine mindestens ebenso große Rolle im Peitschensport spielt die australische Stockwhip. Sie ist sehr schnell und eignet sich besonders für kunstvolle Schlagfolgen. In Australien werden mit diesen Peitschen Meisterschaften im "Sports Whipcracking" ausgetragen. An einen zumeist etwas flexiblen Stiel (1) schließt sich über den Keeper (2, eine lösbare Schlaufenverbindung), die eigentliche Peitsche (3) an, mit Fall (4) und Cracker (5).
Die Blacksnake ist sozusagen eine Bullenpeitsche ohne den starren Griff. Die Peitsche (2) ist bis in den Knauf (1) hinein flexibel, dadurch lässt sie sich handlich aufrollen und z.B. in einer Satteltasche transportieren. Dieses kam z.B. den Cowboys in den USA sehr gelegen, denen eine Peitsche mit starren Teilen eher hinderlich war. Wie die vorangehenden Peitschen hat auch die Blacksnake einen Fall (3) mit Cracker (4). Im Peitschensport wird sie vor allem für Zielübungen (targeting) verwendet.
Die Signalwhip wurde ursprünglich für Hundeschlittenrennen entwickelt. Es war eine kurze Peitsche gefordert, mit der man zwar knallen, aber die Hunde nicht treffen konnte. Durch ihre geringe Größe eignet sie sich auch zum Gebrauch in geschlossenen Räumen, und ist wegen ihrer präzisen Handhabbarkeit besonders für Zielübungen geeignet. Der Aufbau ist der Blacksnake ähnlich: Knauf (1), die komplett flexible Peitschenschnur (2), daran direkt angebracht der Cracker. Einen Fall gibt es bei dieser Peitsche nicht. Der Cracker ist in die Peitsche eingeflochten und daher schwierig auszutauschen. Es gibt aber Neuentwicklungen, bei denen der Cracker in eine Öse eingehängt ist, so dass man ihn leicht auswechseln kann.
 

Längenangaben: Peitschen werden in Fuß (ft) gemessen (1 ft = 30,4 cm). Dabei hängt die Messweise vom Peitschentyp ab:
Bei Bullenpeitsche, Blacksnake und Signalwhip wird vom Knauf bis zum Ende des geflochtenen Teils gemessen, also abzüglich Fall, Cracker und Handschlaufe (soweit vorhanden). Bei der Stockwhip hingegen zählt nur die geflochtene Peitschenschnur allein. Eine 6 ft lange Stockwhip ist daher inkl. Stiel gut 40-50cm länger als eine 6ft Bullenpeitsche!
Strangzahl: die Anzahl der verflochtenen Stränge in der Peitschenschnur bezeichnet man als Plaits (plt). Einfache Peitschen haben 4plt, es gibt aber auch Meisterwerke der Peitschenmacherkunst bis zu 72 plt! Allgemein kann man sagen, dass eine Peitsche um so präziser ist, je mehr Stränge sie hat. Allerdings wird sie durch das dünnere Material auch empfindlicher. Im Alltagseinsatz haben sich 8 bis 12 plt bewährt. Bei Stockwhips gibt es auch hervorragende Peitschen mit nur 4 plt.

Hier finden Sie weiterführende Informationen:

Wie entsteht der Peitschenknall?
Was muss man bei der Pflege einer Peitsche beachten?
Was bedeuten die verschiedenen Fachbegriffe?